Einkaufsgemeinschaft HSK AG
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Rückblick auf 2020: COVID-19, Erfolge und Flexibilität

Im Pandemiejahr 2020 waren viel Flexibilität und Pragmatismus gefragt. Auch die Einkaufsgemeinschaft HSK musste sich anpassen und ihre Prozesse und Anlässe digital durchführen. Wir blicken auf die Ereignisse und Erfolge des letzten Jahres zurück.

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Anders war im letzten Jahr vieles, vor allem zwei Wörter haben es geprägt: «Flexibilität» und «Pragmatismus». Flexibel musste die Einkaufsgemeinschaft HSK vor allem bei der Durchführung von Tarifverhandlungen mit den Leistungserbringern sein. Die Verhandlungen wurden nämlich nur noch digital durchgeführt. Pragmatisch hat man versucht, Lösungen zu finden, die aus Sicht der Versicherer rasch der Lage behilflich sein konnten. Wir blicken auf die Erfolge und Ereignisse des letzten Jahres zurück.

COVID-19

Anfangs April 2020 hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit den Dachverbänden (H+ Die Spitäler der Schweiz, santésuisse und curafutura), der SwissDRG AG und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und –direktoren (GDK) Regelungen für die Abrechnung von Behandlungen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) erstellt. Ziel davon war, eine landesweit einheitliche Regelung der Kostenübernahme von COVID-19-Fällen sicherzustellen. Im sogenannten «Corona-Board» wurde die Einkaufsgemeinschaft HSK von curafutura vertreten. Von diesem Gremium wurden im Laufe des Jahres Faktenblätter über die Regelung der Kostenübernahme von OKP-Leistungen verhandelt und verabschiedet. Dies vor allem in den Bereichen «Spital stationär» und «Ambulant» (Arztpraxen, Spital ambulant, Labore und weitere).

Einen grossen Erfolg bei der Bekämpfung der COVID-19 Pandemie in der Schweiz kann die Einkaufsgemeinschaft HSK mit dem Tarifvertrag über die COVID-19-Impfung vorweisen. HSK hat den Tarifvertrag mit der GDK, curafutura, CSS, tarifsuisse, und der Gemeinsamen Einrichtung KVG im Dezember 2020 unterzeichnet. Der Vertrag ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft und regelt die Finanzierung und Abrechnung der Covid-19-Impfungen: Damit übernehmen die Krankenversicherer einen relevanten Anteil der Impfkosten. Im Februar 2021 haben sich die Krankenversicherer und die Kantone nachträglich auf eine Pauschale für Impfungen in Arztpraxen geeinigt. Damit wurde die Abgeltung der Impfungen in Arztpraxen, Impfzentren, Spitälern und durch mobile Equipen bis Ende 2021 schweizweit geregelt.

In Bezug auf das Verhandlungsjahr 2020 hatte COVID-19 weniger auf den Inhalt der Tarifverhandlungen, sondern eher auf die Art von deren Durchführung einen relevanten Einfluss. Grund dafür ist, die Daten stammen aus dem Behandlungsjahr 2019 und waren somit noch «unbelastet» von COVID-19. Auswirkungen von COVID-19 waren eher in der digitalisierten Durchführung der Verhandlungen mittels Videokonferenzen zu sehen. Mögliche Auswirkungen von COVID-19 auf den akutsomatischen Bereich werden sich erst in den Betriebskostendaten 2020 zeigen. Die Kostendatentransparenz für das Benchmarking wird noch mehr an Bedeutung gewinnen. Sofern die Spitäler aufgrund von veränderten Prozessen und Abläufen wegen COVID-19 nicht in der Lage sein werden, eine verzerrungsfreie Kostenträgerrechnung für das Behandlungsjahr 2020 zu liefern, ist denkbar, dass für die Verhandlungen für das Tarifjahr 2022 die Datengrundlage von 2019 erneut verwendet wird. Ziel davon wäre, auch für zukünftige Verhandlungen eine verzerrungslose Datenbasis sicherzustellen. Die Einkaufsgemeinschaft HSK wird die ITAR_K-Daten für 2020 wie üblich im Frühling 2021 einfordern.

Ereignisse und Erfolge im letzten Jahr

Die Einkaufsgemeinschaft HSK wird noch digitaler! 2020 war auch das Jahr, in dem wir unseren Social Media Auftritt auf LinkedIn, Twitter und YouTube lanciert haben. Als kleines KMU mit 26 Angestellten sind wir stolz darauf, eine Community von mehr als 330 Follower auf LinkedIn und mehr als 510 Views auf YouTube bereits in den ersten 6 Monaten erreicht zu haben.

Auch unsere Jahrestagung hat zum ersten Mal in digitaler Form als «HSK Forum 2020» stattgefunden. Dank der Zusammenarbeit mit dem ehemaligen SRF-Moderator Stephan Klapproth und dem Veranstaltungstechnik-Unternehmen Opera AG konnten wir uns in kurzer Zeit anpassen und trotz Einschränkungen aufgrund der Pandemie einen gelungenen, digitalen Anlass organisieren. 

Dank der jährlichen Verbesserung der Tarifstruktur SwissDRG hat die Einkaufsgemeinschaft HSK im Jahr 2020 wichtige Erfolge in der Kindermedizin erreicht. Wegen einer präziseren Darstellung der Kindermedizin in der Tarifstruktur, war HSK in der Lage, mit allen Kinderspitälern eine tiefere Baserate zu verhandeln und erfolgreich abzuschliessen. 

Ein bedeutender Meilenstein für eine höhere Transparenz im Spitalbenchmarking war die erstmalige Publikation der Fallkosten der Spitäler (Betriebsvergleiche) durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit den Kantonen. Die Berechnung basiert auf den Kostendaten 2018 und die Berechnungsmethode der OKP-Tarife stützt sich auf die Empfehlungen der GDK. Mit diesem Schritt ist der Bund dem Art. 49 Abs. 8 KVG nachgekommen. Gemäss BVGer-Entscheid vom 15. Mai 2019 (C-4374|2017, C-4461|2017) ist die Einführungsphase von SwissDRG erst dann abgeschlossen, wenn der Bundesrat die schweizweiten Betriebsvergleiche veröffentlicht hat. Mit seiner Publikation bestätigt der Bund somit das Ende der Einführungsphase von SwissDRG. Der Bericht des BAG unterstützt das Benchmarking-Verfahren der Einkaufsgemeinschaft HSK, welches auf ein schweizweites Benchmarking, mit tiefem Perzentilwert und unabhängig von Spitalkategorien, beruht. Mehr dazu auch in unserer Serie auf LinkedIn.

In der Sparte der stationären Psychiatrie hat die Einkaufsgemeinschaft HSK 2020, bis auf zwei Kliniken, flächendeckende Tarifeinigungen erreicht.

Einen weiteren wichtigen Schritt im Juni letzten Jahres war die Einreichung der Tarifstruktur TARDOC durch curafutura beim Bundesrat. Dies wurde möglich, da mit dem Beitritt von SWICA zusammen mit CSS, Helsana, Sanitas und KPT die Mehrheit der Versicherer erreicht wurde. TARDOC soll die veraltete Tarifstruktur TARMED ablösen. Im Bereich TARMED kämpft die Einkaufsgemeinschaft HSK mit Festsetzungen und langjährigen Verfahren. Auch hier ist eine erhöhte Kostendatentransparenz gefordert. Diese Forderung treibt die Einkaufsgemeinschaft HSK voran.

Im Bereich der Rehabilitation hat 2020 kein Festsetzungsverfahren stattgefunden. Somit besteht eine solide Basis für die Einführung der neuen Tarifstruktur ST-Reha im Jahr 2022.

Tarifverträge 2020

Stichwort «Innovation»: Mit dem Tarifvertrag Gentest Foundation One®, abgeschlossen zwischen dem Universitätsspital Zürich (USZ) und der Einkaufsgemeinschaft HSK, hat HSK einen wichtigen Erfolg im Bereich der personalisierten Krebsmedizin verzeichnet. Damit konnte die Abrechnungsproblematik mit dem veralteten Tarifsystem TARMED gelöst werden. 

Im Rahmen der Verordnung über die Integrität und Transparenz im Heilmittelbereich VITH, in Kraft seit dem 1. Januar 2020, hat die Einkaufsgemeinschaft HSK letztes Jahr einen nationalen Rahmenvertrag zur Weitergabe von Vergünstigungen abgeschlossen. Die Vertragsparteien waren der Versicherer CSS und der Berufsverband der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH. Zusätzlich wurde mit der CSS und der tarifsuisse ag, eine solche Vereinbarung mit der Vereinigung Nordwestschweizerischer Spitäler (VNS) abgeschlossen. 

Einen weiteren Schritt voran im Heilmittelbereich ist man mit der Einreichung des neuen Apothekentarif «LOA V» beim Bundesrat gekommen. Basierend auf dem Tarifstruktur-Vertrag, abgeschlossen zwischen den Verbänden curafutura und pharmaSuisse, haben sich CSS, die Einkaufsgemeinschaft HSK und pharmaSuisse auf einen Tarifvertrag geeinigt. Damit soll die Generikaabgabe gefördert und die Gesundheitskosten gesenkt werden. 

Ein positives Ergebnis hat die Einkaufsgemeinschaft HSK auch im Bereich der diagnostischen Neuropsychologie erreicht. Die Übergangslösung, die seit dem Tarifjahr 2017 in Kraft war, konnte mit dem Abschluss eines Tarifvertrags mit den Verbänden Schweizerische Vereinigung der NeuropsychologInnen (SVNP | ASNP) und H+ beseitigt werden. 

Was erwartet uns im Jahr 2021?

Die Einkaufsgemeinschaft HSK wird das Benchmarkingverfahren 2021 weiter vertiefen und gemeinsam mit den Leistungserbringern die Kostendatentransparenz vorantreiben.                            Eine bedeutende Rolle wird vor allem die Vorbereitung für die Einführung der neuen Tarifstruktur ST-Reha für das Tarifjahr 2022 spielen. Zudem wird das Thema «ambulante ärztliche Leistungen» besondere Relevanz haben. 

In eigener Sache wird unser Fokus auf dem Aufbau des neuen internen Bereichs «Pharma und Diagnostik» liegen. Wir freuen uns auf ein weiteres, erfolgreiches Verhandlungsjahr und blicken mit Hoffnung auf 2021.

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Weiterführende Informationen

Newsletter Artikel «Änderungen bei der Kostenübernahme während COVID-19» HSK Medienmitteilung vom 17. Dezember 2020: «COVID-19-Impfung: Krankenversicherer bieten Hand» HSK Medienmitteilung vom 13. Januar 2021: «Impfung gegen Coronavirus: Der Impfvertrag wurde vom Bundesrat genehmigt» Newsletter Artikel «Erfolgreiche Verhandlung über die COVID-19-Impfung» HSK Medienmitteilung vom 24. Februar 2021: «Coronavirus: Kantone und Versicherer einigen sich auf Pauschale für Impfungen in Arztpraxen» Newsletter Artikel «Wir sind auf Social Media: Werden Sie Teil unserer Community!» Newsletter Artikel «HSK Forum 2020: Die digitale Jahrestagung» Newsletter Artikel «Erfreulicher Ausgang der Verhandlungen in der Kindermedizin» «Publikation der Fallkosten der Spitäler» durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Betriebsvergleiche der Spitäler, Serie auf LinkedIn, Teil 1 Betriebsvergleiche der Spitäler, Serie auf LinkedIn, Teil 2 Betriebsvergleiche der Spitäler, Serie auf LinkedIn, Teil 3 Betriebsvergleiche der Spitäler, Serie auf LinkedIn, Teil 4 Medienmitteilung von curafutura vom 25. Juni 2020: «Arzttarif Tardoc: Entscheidender Schritt für die Tarifrevision» Newsletter Artikel «Tarifvertrag Gentest Foundation One®» Newsletter Artikel «Gemeinsame Einigungen zur Verbesserung der Behandlungsqualität» Newsletter Artikel «LOA V - Neue transparente Abgeltung bei rezeptpflichtigen Medikamenten» Newsletter Artikel «Tarifvertrag diagnostische Neuropsychologie»

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