Einkaufsgemeinschaft HSK AG
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Erfreulicher Ausgang der Verhandlungen in der Kindermedizin

Die jährliche Weiterentwicklung des Tarifsystems SwissDRG führte zu einer besseren Abbildung der Kindermedizin in der Tarifstruktur. Dank datenbasierter Preisverhandlungen hat die Einkaufsgemeinschaft HSK bei allen drei Kinderspitälern erfolgreich Reduktionen der Baserates erzielen können.

Kindermedizin in der Unterfinanzierung?

In jüngster Zeit wurde von verschiedener Seite, unter anderem von AllKidS (Allianz der Kinderspitäler der Schweiz) von einer «systematischen Untertarifierung»  der Schweizer Kinderspitäler berichtet. Diese bedrohe mittelfristig die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Als Gründe wurden sowohl die tarifliche Vergütung der Kindermedizin im stationären als auch diejenige im ambulanten Bereich ausgemacht. Wie sieht nun aber die tatsächliche Vergütungssituation in der Kindermedizin aus? Was hat die Einkaufsgemeinschaft HSK im Jahr 2019 bewogen, ihre Tarifverträge mit den drei Kinderspitälern auf 01.01.2020 zu kündigen?

Preisfindung bei den Kinderspitälern

In der Schweiz gibt es drei Spitäler, die sich ausschliesslich auf Kinder spezialisiert haben. Hierzu gehören das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), das Universitäts-Kinderspital in Zürich sowie das Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen. Diese drei Spitäler sind im Preisbildungsmodell der Einkaufsgemeinschaft HSK aufgrund vergleichbarer Patienten- und Strukturvariablen in einem eigenen homogenen Cluster «Kinderspitäler (Cluster 3)» gruppiert.

Auf Grundlage von Leistungs- und Kostendaten der Spitäler werden in der Tarifstruktur SwissDRG die Kostengewichte (CW) für die von den Spitälern erbrachten Leistungen kalkuliert. Diese Kostengewichte sollen die Aufwände für eine Behandlung abbilden. Sind Unterschiede in den Behandlungen in der Tarifstruktur nicht berücksichtigt, wurden diese in der Vergangenheit von HSK durch höhere Baserates vergütet. Das ist im Rahmen des zweistufigen Preisfindungsprozesses der HSK für den Cluster «Kinderspitäler» erfolgt. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Weiterentwicklungen des Tarifsystems SwissDRG werden die Kostengewichte jeweils neu kalkuliert. Die Tarifstruktur Version 9.0 für das Tarifjahr 2020 bildet die Kindermedizin nun besser ab. Somit sind die Voraussetzungen geschaffen, um die Baserates zu senken.

Eine verbesserte Tarifstruktur begründet Vertragskündigungen

Durch die ausgeführte Systemanpassung in der Tarifstruktur SwissDRG und unter Annahme von gleichbleibenden Baserates konnte der Deckungsgrad der Kinderspitäler gemäss Kalkulationsdaten SwissDRG AG 2016 und 2017 von 92 Prozent (Version 7.0) auf 98 Prozent (Version 9.0) erhöht werden. Der Deckungsgrad aller Patienten (< 16 Jahre ohne DRG P66D, P67D ) kletterte in der aktuellen SwissDRG Version 9.0 (mit Datenbasis 2017) sogar auf 100.6 Prozent.

Tabelle: Deckungsgrad pro ausgewählte Gruppe mit hypothetischen Einheitsbasisfallpreisen (V7.0: 10'716 Franken, V8.0: 10'723 Franken, V9.0: 10'867 Franken); Systempräsentationen SwissDRG AG Version 8.0 und Version 9.0

Tabelle: Deckungsgrad pro ausgewählte Gruppe mit hypothetischen Einheitsbasisfallpreisen (V7.0: 10'716 Franken, V8.0: 10'723 Franken, V9.0: 10'867 Franken); Systempräsentationen SwissDRG AG Version 8.0 und Version 9.0

HSK hat aus diesem Grund im Jahr 2019 entschieden, die Verträge mit den drei Spitälern zu kündigen, da die Spitäler nun durch die Verbesserung in der Tarifstruktur sachgerecht entsprechend ihrer Leistungen vergütet werden. Eine Weiterführung der Verträge mit den bestehenden Baserates hätte bedeutet, dass die Versicherer zu hohe Tarife zahlen und die Kinderspitäler einen Gewinn erwirtschaften würden. Ein Gewinn kann gemäss aktueller Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVG) allerdings nur infolge gesteigerter Effizienz erfolgen.

Positive Ergebnisse in den Vertragsverhandlungen

Erfreulicherweise konnte mit allen drei Kinderspitälern bereits eine Einigung per 01.01.2020 erzielt werden. Es wurde eine Preissenkung der Baserates von bis zu 800 Franken vereinbart. Die Genehmigung der Verträge durch die Kantone steht noch aus.

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Weiterführende Informationen

Systempräsentation SwissDRG AG Version 9.0 2020, Deutsch Systempräsentation SwissDRG AG Version 8.0 2019, Deutsch Newsletter Beitrag curafutura, «Kinder sind keine kleinen Erwachsenen», Deutsch Benchmark SwissDRG Tarifjahr 2020 Deutsch

Ihr direkter Kontakt

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Riadh Zeramdini

Stellvertretender Geschäftsführer | Leiter Region Romandie | Tarifmanager SwissDRG
T +41 58 340 41 88
r.zeramdini