Einkaufsgemeinschaft HSK AG
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Akut

SwissDRG (Swiss Diagnosis Related Groups) ist das seit 2012 geltende Tarifsystem für stationäre akutsomatische Spitalleistungen, welches die Vergütung mit Fallpauschalen schweizweit einheitlich regelt.

 

Dank dieser einheitlichen Tarifstruktur lässt sich ein Richtwert (Benchmarkwert) ermitteln, welcher die Grundlage für die datenbasierten Tarifverhandlungen bildet. Da sich das Benchmarkverfahren der Einkaufsgemeinschaft HSK in den vergangenen Jahren bewährt hat, wendete HSK bereits zum sechsten Mal ihr eigenes Verfahren an. Der HSK-Benchmarkwert für das Tarifjahr 2021 beträgt 9‘522 Franken.

Preisfindung

Entsprechend den Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts (BVGer) wendet die Einkaufsgemeinschaft HSK ein zweistufiges Modell zur Preisfindung an. Die erste Stufe beschreibt ein schweizweites Benchmarking, also das Ermitteln eines Benchmarkwerts. In der zweiten Stufe geht es um die spitalindividuellen Preisverhandlungen.

Ablauf des zweistufigen Preisfindungsmodells der Einkaufsgemeinschaft HSK

Ablauf des zweistufigen Preisfindungsmodells der Einkaufsgemeinschaft HSK

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1. Stufe Benchmarking

Die Methodik des HSK-Benchmarkingverfahrens ist ausführlich im Dokument «HSK-Benchmark SwissDRG Tarifjahr 2021» ausgeführt. Dieses ist ausserdem am Ende der Seite unter «Weiterführende Informationen» zu finden.

Schritt 1: Einforderung der Kosten- und Leistungsdaten

In einem ersten Schritt werden jährlich die vollständig, detailliert und transparent ausgewiesenen Kosten- und Leistungsdaten aller Spitäler eingefordert. HSK erwartet dafür von allen Leistungserbringern die Kostenvollversion der ITAR_K Daten. Hierbei handelt es sich um eine Ermittlungsmethode, mit der sich die tarifrelevanten Betriebskosten national einheitlich, gesetzeskonform und nachvollziehbar herleiten lassen.

Schritt 2: Plausibilitätsprüfung der Daten

Unter Berücksichtigung diverser Ausschlusskriterien (siehe Benchmark-Dokument 2.5) konnten insgesamt 135 Spitäler aus allen BFS-Spitalkategorien inkl. Universitätsspitäler einbezogen werden. Nach Überprüfung der 2019 eingereichten Daten auf deren Vollständigkeit und Richtigkeit kann folgendes festgehalten werden:

  • Alle Kantone sind enthalten. In 14 Kantonen liegt der Abdeckungsgrad (Anteil der Spitäler, die für den Benchmark berücksichtigt werden konnten) bei 100 Prozent
  • Der Benchmarkwert enthält Daten von Spitälern aller BFS-Spitalkategorien
  • 87 Prozent des gesamtschweizerischen Casemixvolumens sind abgedeckt

Somit ist die Grundlage für einen repräsentativen Benchmark gegeben.

Schritt 3: Berechnung der benchmarkrelevanten Betriebskosten

Von den Betriebskosten der Spitäler werden alle KVG-Fremdkosten, wie zum Beispiel Mehrleistungen aus dem Zusatzversicherungsbereich, abgezogen. Das detaillierte Berechnungsschema finden Sie ausführlich im Benchmark Dokument unter 2.8 beschrieben.

Schritt 4: Wahl des Verfahrens

Die Einkaufsgemeinschaft HSK ermittelt den Benchmark ungewichtet, da ein gewichtetes Verfahren -nach Fallzahlen oder Casemix- zu verzerrten Resultaten im Kostenvergleich der Spitäler führt.

Um die Fragestellung der Gewichtung innerhalb des Spitalbenchmarks zu klären, hat HSK im Dezember 2019 dem Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie (WIG an der ZHAW) eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben. Gemäss der Studie ist eine Gewichtung nach Fallzahl oder Casemix nicht angemessen, da die Verzerrung in der Fallnormkosten aufgrund mangelnder Abbildung bestimmter Leistungen in der Tarifstruktur nicht mit der Gewichtung korrigiert wird. Beim Benchmarking geht es um einen Effizienzvergleich aller Spitäler auf Ebene Betrieb, d.h. wie die Prozesse im Spital gestaltet sind und wie optimal die Ressourcenallokation ist. Ist ein Spital zu klein, um z.B. angemessen von Skaleneffekten zu profitieren, dann muss dies durch die Betriebsvergleiche zum Ausdruck kommen. Würde man kleine Spitäler tiefer gewichten, würden für diese mögliche Effizienzen hinunterskaliert bzw. «verwässert», so die Studie. 

Ausserdem wird eine Gewichtung in einem Betriebsvergleich wichtiger, wenn die Anzahl einbezogener Kliniken im Benchmark klein ist. Auch die GDK erwähnt in ihren Empfehlungen zur Wirtschaftlichkeitsprüfung explizit: «Die Art der Gewichtung gewinnt umso mehr an Bedeutung, je weniger Spitäler in den Vergleich einbezogen werden» (27.06.2019). Wie unter dem obenerwähnten Schritt 2 erwähnt ist, ist das HSK-Benchmarking mit 135 Spitäler und 87 Prozent des gesamtschweizerischen Casemixvolumens repräsentativ (siehe Benchmark-Dokument 2.10).

Schritt 5: Bestimmung des Benchmarkwerts

Nach der Ermittlung der benchmarkrelevanten Betriebskosten und der Wahl des Verfahrens erfolgt das effektive Benchmarking, welches den Richtwert der Spitäler festlegt, die ihre Leistungen in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen (Artikel 49 Abs. 1 KVG).

Wird der Wert zu tief angesetzt, bedeutet das einerseits, dass die Mehrheit der Spitäler «unwirtschaftlich» ist. Wird der Wert andererseits zu hoch angesetzt, haben weniger Spitäler den Anreiz für eine effizientere Leistungserbringer. Ein solcher Benchmark würde höhere Kosten bewirken.

 

Das Bundesverwaltungsgericht hat sich bisher nicht zum «richtigen» Perzentilwert geäussert. In einem Urteil heisst es aber, dass der Massstab streng anzusetzen sei. Diese Rechtsprechung sowie eigene Analysen zum Kostenniveau brachten die Einkaufsgemeinschaft HSK dazu, dem Urteil nachzugehen und den Effizienzmassstab zum wiederholten Mal streng anzusetzen. Für den Benchmarkwert des Tarifjahres 2021 verwendet HSK daher das 25. Perzentil.

Mit einem tiefen Perzentilwert in der ersten Stufe der Preisfindung kommt der nachgelagerten spitalindividuellen Tarifverhandlung als zweite Stufe eine noch grössere Bedeutung zu. Aus diesem Grund entwickelt HSK auf Grundlage der Hauptkomponentenanalyse die Vergleichbarkeit der Spitäler permanent weiter.

Daraus ergibt sich für das Tarifjahr 2021 ein Benchmarkwert von 9‘522 Franken:

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2. Stufe: Individuelle Preisverhandlungen

Für die zweite Stufe der Preisfindung stellt der kostenbasierte Benchmark ein wesentliches Element dar. Auf dieser Grundlage entwickelte die Einkaufsgemeinschaft HSK eine Möglichkeit, die Spitäler untereinander zu vergleichen, um leistungsgerechte Baserates individuell verhandeln zu können.

Weiterführende Analysen zeigen, dass sich die BFS-Spitalkategorien allein nicht für einen Spitalvergleich eignen. Auch die kantonalen Kostenunterschiede, wie beispielsweise Miet- oder Lohnkosten, müssen für die individuellen Preisverhandlungen berücksichtigt werden.

Spitalvergleich mittels eindimensionalem Modell

Um die Ähnlichkeit zwischen den Spitälern anhand bestimmter Indikatoren erkennbar zu machen, hat das BAG einen Algorithmus auf Basis der Manhattan Distanz für einen Betriebsvergleich entwickelt. HSK baut auf diesem Ansatz auf, verwendet aber nicht nur die vom BAG vorgesehenen drei, sondern die nachfolgenden sieben Indikatoren:

  • Angesteuerte DRG
  • Anzahl Fälle
  • Casemix Index (CMI)
  • Anzahl Assistenzarztstellen
  • Endversorgerspital
  • Anerkannte Notfallstation
  • Erreichungsgrad Mindestfallzahlen nach den Zürcher Spitalplanungs-Leistungsgruppen (SPLG)

HSK bewertet hierzu pro Klinik die Indikatoren mit einem Wert zwischen 0 und 100. Im Anschluss werden die einzelnen Summen in Form eines Punktes auf einem Zahlenstrahl abgebildet. Ähnliche Summen lassen auf ähnliche Ausprägungen der Spitäler schliessen.

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Spitalvergleich mittels dreidimensionalem Modell

Das eindimensionale Modell allein zu verwenden, um die Spitäler in statistisch signifikante Cluster einzuteilen und untereinander vergleichbar zu machen, reicht für eine spitalindividuelle Preisverhandlung nicht aus. Deshalb kommt die Hauptkomponentenanalyse (PCA) ins Spiel, die auf Metriken wie der Manhattan Distanz aufbaut. Anhand der PCA werden die sieben genannten Indikatoren pro Spital verwendet, um ähnliche Spitäler in sogenannte Cluster zu gruppieren. Das Ergebnis dieser Methode ergibt sieben Cluster:

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HSK-Spitalkategorien (Cluster) Beinhaltet folgende BFS-Spitalkategorien
1 Endversorger (Universitätsspitäler) K111
2 Endversorger (Zentrumsspitäler) K112
3 Kinderspitäler K233
4 Zentrumsversorger K112
5 Grundversorger K121-K123, K221, K231, K235
6 Spitäler ohne Notfall
(Spezialkliniken u. Grundversorger)
K121-K123, K231, K234, K235
7 Geburtshäuser K232


Verhandlung

Durch das HSK-Verfahren lassen sich die Spitäler innerhalb der Kategorien sehr gut vergleichen. Damit ist eine gute Basis für die individuellen Preisverhandlungen geschaffen. Mit der Festlegung des Benchmarkwerts auf dem 25. Perzentil und der Anwendung der Hauptkomponentenanalyse entspricht einerseits der HSK-Benchmarkwert den Wirtschaftlichkeitskriterien nach KVG und lässt andererseits Spielraum für die spitalindividuellen Verhandlungen.

Die analytische Methode zeigt ausserdem klar auf, dass bei der Preisfindung beispielsweise zu berücksichtigen ist, ob eine Klinik sich auf elektive Eingriffe spezialisiert, keine Notfall-Aufnahmepflicht hat oder ob es sich um ein Spital am Ende der Versorgungskette handelt, welches potentiell defizitäre Fälle nicht weiterverlegen kann.

Der HSK-Benchmarkwert von 9'522 Franken wird zusätzlich durch bereits verhandelte Tarife validiert. Zum einen liegen ab dem Tarifjahr 2020 genehmigte Tarife über alle Spitalkategorien vor. Der Median dieser rechtskräftigen HSK-Baserates liegt bei 9‘600 Franken. Auch die zum Zeitpunkt der Benchmarkveröffentlichung bereits verhandelten Tarife für das Jahr 2021 von über 95 Spitälern zeigen ein ähnliches Bild. Der Median dieser verhandelten Preise liegt bei 9‘550 Franken.

 

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Datenlieferung ITAR_K V 10.0 Datenjahr 2019 für das Tarifjahr 2021

Für die Datenlieferung bitten wir Sie, uns die vollständig ausgefüllte Kosten-Vollversion ITAR_K V 10.0 inkl. detailliertem Ausweis der spitalambulanten Bereiche im Excel-Format zuzustellen.

Damit wir die Klinikspezifischen Daten pro Standort plausibilisieren und für unsere Benchmarkverfahren und Tarifvergleiche verwenden können, benötigen wir ergänzend folgende Unterlagen:

  • Auszug der Anlagebuchhaltung (KS-Export der Krankenhausstatistik BFS im PDF-Format) 
  • Revidierter Jahresbericht 2019 elektronisch oder den Link auf die Homepage
  • Kodierrevisionsbericht DRG bzw. TARPSY Geschäftsjahr 2019 
  • Spitalindividuelles Konzept und Kalkulationsschema inkl. Ergebnis der ermittelten Kosten für die universitäre Lehre und Forschung sowie übrige gemeinwirtschaftliche Leistungen
  • Datenerhebungsformular mit den verschiedenen Registern

HSK erwartet, dass die ITAR_K Daten V 10.0 auf der H+ Plattform «Gesamtübersicht Institution» bearbeitet und elektronisch unterzeichnet bis spätestens Ende Mai 2020 per E-Mail zugestellt werden, dies auch bei Kliniken mit Mehrjahresverträgen.

Ihr direkter Kontakt

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Riadh Zeramdini

Stellvertretender Geschäftsführer | Leiter Region Romandie | Tarifmanager SwissDRG
T +41 58 340 41 88
r.zeramdini