Einkaufsgemeinschaft HSK AG
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Akut

SwissDRG (Swiss Diagnosis Related Groups) ist das seit 2012 geltende Tarifsystem für stationäre akutsomatische Spitalleistungen, welches die Vergütung mit Fallpauschalen schweizweit einheitlich regelt.

Dank dieser einheitlichen Tarifstruktur lässt sich ein Richtwert (Benchmarkwert) ermitteln, welcher die Grundlage für die datenbasierten Tarifverhandlungen bildet. Da sich das Benchmarkverfahren der Einkaufsgemeinschaft HSK in den vergangenen Jahren bewährt hat, wendete HSK bereits zum siebten Mal ihr eigenes Verfahren an. Der HSK-Benchmarkwert für das Tarifjahr 2023 beträgt 9‘406 Franken.

Preisfindung

Entsprechend den Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts (BVGer) wendet die Einkaufsgemeinschaft HSK ein zweistufiges Modell zur Preisfindung an. Die erste Stufe beschreibt ein schweizweites Benchmarking, also das Ermitteln eines Benchmarkwerts. In der zweiten Stufe geht es um die spitalindividuellen Preisverhandlungen.

Ablauf des zweistufigen Preisfindungsmodells der Einkaufsgemeinschaft HSK

Ablauf des zweistufigen Preisfindungsmodells der Einkaufsgemeinschaft HSK

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1. Stufe Benchmarking

Die Methodik des HSK-Benchmarkingverfahrens wird ausführlich im Dokument «HSK-Benchmark SwissDRG Tarifjahr 2023» ausgeführt.

Schritt 1: Einforderung der Kosten- und Leistungsdaten

In einem ersten Schritt werden jährlich die vollständig, detailliert und transparent ausgewiesenen Kosten- und Leistungsdaten aller Spitäler eingefordert. HSK erwartet dafür von allen Leistungserbringern die Kostenvollversion der ITAR_K®. Hierbei handelt es sich um eine Ermittlungsmethode, mit der sich die tarifrelevanten Betriebskosten national einheitlich, gesetzeskonform und nachvollziehbar herleiten lassen.

Schritt 2: Plausibilitätsprüfung der Daten

Unter Berücksichtigung diverser Ausschlusskriterien konnten insgesamt 147 Spitäler aus allen BFS-Spitalkategorien inkl. Universitätsspitäler einbezogen werden. Nach Überprüfung der 2021 eingereichten Daten auf deren Vollständigkeit und Richtigkeit kann folgendes festgehalten werden:

  • Alle Kantone sind enthalten. In 17 Kantonen liegt der Abdeckungsgrad (Anteil der Spitäler, die für den Benchmark berücksichtigt werden konnten) bei 100 Prozent
  • Der Benchmarkwert enthält Daten von Spitälern aller BFS-Spitalkategorien
  • Über 95 Prozent des gesamtschweizerischen Case Mix Volumens sind abgedeckt

Somit ist die Grundlage für einen repräsentativen Benchmark gegeben.

Schritt 3: Berechnung der benchmarkrelevanten Betriebskosten

Von den Betriebskosten der Spitäler werden alle KVG-Fremdkosten, wie zum Beispiel Mehrleistungen aus dem Zusatzversicherungsbereich, abgezogen. Das detaillierte Berechnungsschema finden Sie ausführlich im Benchmark Dokument beschrieben. Dieses Dokument wird Anfang Oktober auf unserer Website aufgeschaltet.

Schritt 4: Wahl des Verfahrens

Die Einkaufsgemeinschaft HSK ermittelt den Benchmark gewichtet nach Anzahl Kliniken, da ein gewichtetes Verfahren -nach Fallzahlen oder Case Mix- zu verzerrten Resultaten im Kostenvergleich der Spitäler führt.

Um die Fragestellung der Gewichtung innerhalb des Spitalbenchmarks zu klären, hat HSK im Dezember 2019 dem Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie (WIG an der ZHAW) eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben. Gemäss der Studie ist eine Gewichtung nach Fallzahl oder Case Mix nicht angemessen, da die Verzerrung der Fallnormkosten aufgrund mangelnder Abbildung bestimmter Leistungen in der Tarifstruktur nicht mit der Gewichtung korrigiert wird. Beim Benchmarking geht es um einen Effizienzvergleich aller Spitäler auf Ebene Betrieb, d.h. wie die Prozesse im Spital gestaltet sind und wie optimal die Ressourcenallokation ist. Ist ein Spital zu klein, um z.B. angemessen von Skaleneffekten zu profitieren, dann muss dies durch die Betriebsvergleiche zum Ausdruck kommen. Würde man kleine Spitäler tiefer gewichten, würden für diese mögliche Effizienzen hinunterskaliert bzw. «verwässert», so die Studie. 

Ausserdem wird eine Gewichtung in einem Betriebsvergleich wichtiger, wenn die Anzahl einbezogener Kliniken im Benchmark klein ist. Auch die GDK erwähnt in ihren Empfehlungen zur Wirtschaftlichkeitsprüfung explizit: «Die Art der Gewichtung gewinnt umso mehr an Bedeutung, je weniger Spitäler in den Vergleich einbezogen werden» (27.06.2019). Wie unter dem obenerwähnten Schritt 2 erwähnt ist, ist das HSK-Benchmarking mit 147 Spitäler und über 95 Prozent des gesamtschweizerischen Case Mix Volumens repräsentativ.

Zudem hat sich das BAG am 1. Juli 2022 in seiner Stellungnahme im Rahmen der HSK BVGer-Beschwerde zu der Baserate eines Kantonsspitals dahingehend geäussert, dass vor dem Hintergrund der abgeschlossenen Einführungsphase von SwissDRG, eine Gewichtung nach Fällen, aber auch nach Case Mix grundsätzlich nicht mehr vertretbar ist. Hinzu kommt, dass mit der Gewichtung nach Anzahl Fällen eine Unterteilung in effiziente und ineffiziente Spitäler nicht möglich ist, weil sich durch die Gewichtung der Spitäler die Fallkosten und somit die Reihenfolge der Spitäler nicht verändern. Dies widerspricht dem Grundgedanken eines echten Effizienzvergleichs. Aufgrund der Ausführungen des BAG ist die Durchführung eines Benchmarkings mit Gewichtung nach «Anzahl Spitäler» angezeigt. Auch gemäss Meinung der Preisüberwachung muss jedes Spital unabhängig von der Grösse und Spitalkategorie gleichgewichtet im Betriebsvergleich berücksichtigt werden.

Schritt 5: Bestimmung des Benchmarkwerts

Nach der Ermittlung der benchmarkrelevanten Betriebskosten und der Wahl des Verfahrens erfolgt das effektive Benchmarking, welches den Richtwert der Spitäler festlegt, die ihre Leistungen in der notwendigen Qualität effizient und günstig erbringen (Artikel 49 Abs. 1 KVG).

Wird der Wert zu tief angesetzt, bedeutet das einerseits, dass die Mehrheit der Spitäler «unwirtschaftlich» ist. Wird der Wert andererseits zu hoch angesetzt, haben weniger Spitäler den Anreiz für eine effizientere Leistungserbringer. Ein solcher Benchmark würde höhere Kosten bewirken.

Das Bundesverwaltungsgericht gab in einem neuen Urteil zur Bestimmung des Perzentilwerts bekannt, dass es primär Aufgabe des Verordnungsgebers sei, die entsprechenden Vorgaben zu erlassen. In einem älteren Urteil heisst es aber, dass der Massstab streng anzusetzen sei. Diese Rechtsprechung sowie eigene Analysen zum Kostenniveau und die Entwicklung der Systemgüte brachten die Einkaufsgemeinschaft HSK dazu, den Effizienzmassstab zum wiederholten Mal streng anzusetzen. Für den Benchmarkwert des Tarifjahres 2023 verwendet HSK daher das 25. Perzentil.

Mit einem tiefen Perzentilwert in der ersten Stufe der Preisfindung kommt der nachgelagerten spitalindividuellen Tarifverhandlung als zweite Stufe eine noch grössere Bedeutung zu. Aus diesem Grund entwickelt HSK auf Grundlage der Hauptkomponentenanalyse die Vergleichbarkeit der Spitäler permanent weiter.

Daraus ergibt sich für das Tarifjahr 2023 ein Benchmarkwert exklusive Teuerung von 9‘406 Franken:

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2. Stufe: Individuelle Preisverhandlungen

Für die zweite Stufe der Preisfindung stellt der kostenbasierte Benchmark ein wesentliches Element dar. Auf dieser Grundlage entwickelte die Einkaufsgemeinschaft HSK eine Möglichkeit, die Spitäler untereinander zu vergleichen, um leistungsgerechte Baserates individuell verhandeln zu können.

Weiterführende Analysen zeigen, dass sich die BFS-Spitalkategorien allein nicht für einen Spitalvergleich eignen. Auch die Sockeldefizite bzw. Sockelprofite aufgrund Benachteiligung bzw. Bevorzugung in der Vergütung sowie das Fehlen einer Notfallstation müssen für die individuellen Preisverhandlungen berücksichtigt werden.

Spitalvergleich mittels eindimensionalen Modells

Um die Ähnlichkeit zwischen den Spitälern anhand bestimmter Indikatoren erkennbar zu machen, hat das BAG einen Algorithmus auf Basis der Manhattan Distanz für einen Betriebsvergleich entwickelt. HSK baut auf diesem Ansatz auf, verwendet aber nicht nur die vom BAG vorgesehenen drei, sondern die nachfolgenden sieben Indikatoren:

  • Angesteuerte DRG
  • Anzahl Fälle
  • Case Mix Index (CMI)
  • Anzahl Assistenzarztstellen
  • Endversorgerspital
  • Anerkannte Notfallstation
  • Erreichungsgrad Mindestfallzahlen nach den Zürcher Spitalplanungs-Leistungsgruppen (SPLG)

HSK bewertet hierzu pro Klinik die Indikatoren mit einem Wert zwischen 0 und 100. Im Anschluss werden die einzelnen Summen in Form eines Punktes auf einem Zahlenstrahl abgebildet. Ähnliche Summen lassen auf ähnliche Ausprägungen der Spitäler schliessen.

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Spitalvergleich mittels dreidimensionalen Modells

Das eindimensionale Modell allein zu verwenden, um die Spitäler in statistisch signifikante Cluster einzuteilen und untereinander vergleichbar zu machen, reicht für eine spitalindividuelle Preisverhandlung nicht aus. Deshalb kommt die Hauptkomponentenanalyse (PCA) ins Spiel, die auf Metriken wie der Manhattan Distanz aufbaut. Anhand der PCA werden die sieben genannten Indikatoren pro Spital verwendet, um ähnliche Spitäler in sogenannte Cluster zu gruppieren. Das Ergebnis dieser Methode ergibt sieben Cluster:

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HSK-Spitalkategorien (Cluster)

Beinhaltet folgende BFS-Spitalkategorien

1 Endversorger (Universitätsspitäler)

K111

2 Endversorger (Zentrumsspitäler)

K112

3 Kinderspitäler

K233

4 Zentrumsversorger

K112, K121

5 Grundversorger

K112, K121-K123,  K231, K235

6 Spitäler ohne Notfall
(Spezialkliniken u. Grundversorger)

K121-K123, K221, K231- K235

7 Geburtshäuser

K232


Verhandlung

Durch das HSK-Verfahren lassen sich die Spitäler innerhalb der Kategorien sehr gut vergleichen. Damit ist eine gute Basis für die individuellen Preisverhandlungen geschaffen. Mit der Festlegung des Benchmarkwerts auf dem 25. Perzentil und der Anwendung der Hauptkomponentenanalyse entspricht einerseits der HSK-Benchmarkwert den Wirtschaftlichkeitskriterien nach KVG und lässt andererseits Spielraum für die spitalindividuellen Verhandlungen.

Die analytische Methode zeigt ausserdem klar auf, dass bei der Preisfindung beispielsweise zu berücksichtigen ist, ob eine Klinik sich auf elektive Eingriffe spezialisiert, keine Notfall-Aufnahmepflicht hat oder ob es sich um ein Spital am Ende der Versorgungskette handelt, welches potenziell defizitäre Fälle nicht weiterverlegen kann.

Der HSK-Benchmarkwert von 9'406 Franken wird zusätzlich durch bereits verhandelte Tarife validiert. Ab dem Tarifjahr 2022 liegen genehmigte Tarife über alle Spitalkategorien vor. Der Median dieser rechtskräftigen HSK-Baserates liegt bei 9‘600 Franken. 

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Datenlieferung ITAR_K® V 12.0 Datenjahr 2021 für das Tarifjahr 2023

Die Einkaufsgemeinschaft HSK fordert die Zusatzdaten zur ITAR_K Version 12.0 (Geschäftsjahr 2021) für das Tarifjahr 2023 wieder gemeinsam mit den übrigen Einkaufsgemeinschaften der Branche ein, um den Erhebungsaufwand der Kliniken zu verringern und für die Einkaufsgemeinschaften eine einheitliche Datengrundlage zu schaffen. Aus diesem Grund haben wir das bisherige Formular überarbeitet und ein neues Datenerhebungsformular erstellt.

Die Kliniken wurden von der Einkaufsgemeinschaft HSK gebeten, Ihre klinikspezifischen Angaben pro Standort in den entsprechenden Registern einzutragen und HSK diese mit dem vollständig ausgefüllten Kostenausweis 2021 (ITAR_K Version 12.0 in der Vollversion) zuzustellen.

Die ITAR_K Daten (Geschäftsjahr 2021) sollen auf der H+ Plattform «Gesamtübersicht Institution» bearbeitet und HSK elektronisch unterzeichnet zugestellt werden (gemäss Punkt 3, Zusammenfassung der Hauptänderungen für ITAR_K V. 10.0 von H+).

Die Register Erhebung zu COVID-19 entsprechen der nationalen Checkliste und dem Formular von H+. Die Einkaufsgemeinschaften haben sich dazu bewusst an die Empfehlung von H+ angelehnt und keine zusätzlichen Daten eingefordert. 

Damit die klinikspezifischen Daten plausibilisiert und für Benchmark-Verfahren und Tarifvergleiche verwendet werden können, benötigt die Einkaufsgemeinschaft HSK ergänzend folgende Unterlagen:

  • Auszug der Anlagebuchhaltung (KS-Export der Krankenhausstatistik BFS im PDF)
  • Revidierter Jahresbericht 2021 pro Standort, elektronisch oder mit Link auf die Homepage
  • Kodierrevisionsbericht DRG, Geschäftsjahr 2021 (2020, sofern noch nicht zugestellt)
  • Spitalindividuelles Konzept und Kalkulationsschema inkl. Ergebnis der ermittelten Kosten für universitäre Lehre und für Forschung sowie übrige gemeinwirtschaftliche Leistungen, sofern sich dieses gegenüber der Zustellung im Vorjahr veränderte.

Die Einkaufsgemeinschaft HSK erwartet, dass diese Angaben bis spätestens Ende Mai 2022 per E-Mail zugestellt werden.

Ihr direkter Kontakt

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Riadh Zeramdini

Stv. Geschäftsführer| Leiter Region Ost und West | Tarifmanager SwissDRG
T +41 58 340 41 88
r.zeramdini