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HSK stellt vor: Mattias Martinelli, Data Scientist

Mattias Martinelli ist seit 2020 bei der Einkaufsgemeinschaft HSK als Data Scientist für Datenbestände und -analysen verantwortlich. Im Interview zeigt er auf, wieso er eine Fortbildung in «Machine Intelligence» absolviert hat, wie HSK davon profitiert und wo die Chancen der künstlichen Intelligenz liegen.

Im Bild: Mattias Martinelli, Data Scientist, Einkaufsgemeinschaft HSK

Im Bild: Mattias Martinelli, Data Scientist, Einkaufsgemeinschaft HSK

Du hast dieses Jahr berufsbegleitend ein CAS an der ZHAW in «Machine Intelligence» abgeschlossen, was ist an künstlicher Intelligenz so interessant?

Wir sind mitten in der vierten industriellen Revolution und künstliche Intelligenz (KI) ist eine der treibenden Kräfte der digitalen Transformation. Unsere alltäglichen Gegenstände werden laufend durch Neue, Intelligente, ersetzt. Unter dem Überbegriff «künstliche Intelligenz» versteht man eine Vielzahl von Algorithmen, welche fähig sind, Aufgaben zu erledigen, für die eigentlich menschliche Intelligenz notwendig wäre. Schon heute gehören künstliche Intelligenzen wie Siri, fast selbstfahrende Autos oder die Filmempfehlungen von Netflix zu unserem Alltag. Im Gesundheitswesen entstehen neue, zuvor ungesehene Möglichkeiten. Beispiele dafür sind die Diagnostik mit Bilderkennungssoftware für Hautkrebs oder die Präparatentwicklung mit AlphaFold, einem neuronalen Netzwerk, welches Proteinstrukturen vorhersagen kann. Die Entwicklung von Wirkstoffen und neuen Diagnostikverfahren werden in den nächsten Jahren weiter beschleunigt. Das macht das Thema so unglaublich spannend. Mitverfolgen zu können, wie sich unser Leben dank dem Einsatz von künstlicher Intelligenz laufend verändert, ist für mich, wie den ersten Flugversuchen Anfang des letzten Jahrhunderts zuschauen zu können. Das CAS erlaubt es mir, diese Entwicklung in vorderster Reihe mitzuverfolgen.

Was war dein Highlight im Studium?

Mein persönliches Highlight war die Entwicklung des Abschlussprojekts. In einer Dreiergruppe haben wir eine Software geschrieben, die eine Konversation über ein Mikrofon führen kann, wie wir das mit Siri können. Unsere «Siri» hatte aber ein vordefiniertes Ziel. Der Use-Case war, nervigen Werbeanrufen ein Ende zu bereiten. Denn: Wenn man das Telefonat einfach abbricht, ruft das Call Center das nächste «Opfer» an und stört weiter. Unsere Lösung bietet die Möglichkeit, den Anruf an eine KI weiterzuleiten. Diese versucht, den Anrufenden so lange wie möglich am Telefon zu halten und so zu vermeiden, dass weitere Menschen gestört werden. Drei miteinander verbundene Deep Learning Modelle waren dazu notwendig. Eines, welches das Audio in Text umwandelt, GPT3 für die Generierung der Antworten und ein letztes, um die Antwort wieder zu vertonen. GPT3 (Generative Pre-trained Transformer 3) ist eines der fortgeschrittensten Modelle für die Generierung von Texten auf der Basis von sehr wenigen Inputs. So etwas in einem Kurs zu erreichen, war für mich ein grosses Highlight.

Wie kann die Einkaufsgemeinschaft HSK von Deinem neuen Fachwissen profitieren?

Die Methoden für maschinelles Lernen und Text-Analyse, die «unter der Motorhaube» das Herz der künstlichen Intelligenz ausmachen, könnten die von uns bereits eingesetzten statistischen Methoden gut erweitern. Unser Clustering beispielsweise wird schon heute mit ähnlichen Methoden erstellt. Im Allgemeinen können künstliche Intelligenzen uns dabei helfen, aus den grossen Datenmengen wichtige Informationen aus Mustern zu gewinnen, die wir vorher nicht gesehen haben. Wir brauchen aber weiterhin gute Ideen aus den Verhandlungen, um die richtigen Fragen zu stellen. Für HSK als datenbasiertes Unternehmen und für mich persönlich als Data Scientist ist es zentral wichtig, immer auf dem Laufenden zu bleiben und die Einsatzmöglichkeiten der KI laufend zu prüfen. Das Feld der Analysen, Business Intelligence und Datawarehouse entwickelt sich sehr schnell weiter. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden bei Weiterbildungen unterstützen, sind heute klar im Vorteil. Eine Weiterbildung bringt nicht nur einen direkten Mehrwert durch die dazugewonnenen Fähigkeiten, sie öffnet vor allem auch neue Perspektiven und gibt frische Impulse.

Wird die Einkaufsgemeinschaft HSK zukünftig «Siri» als Tarifverhandlerin bei ihren Tarifverhandlungen einsetzen?

Das glaube ich nicht. Die HSK-Siri würde ja einer Spital-Siri gegenübersitzen und da wissen wir wirklich nicht, was passieren würde. Auch wissen wir noch nicht, wo die Grenzen der künstlichen Intelligenz liegen werden, was sie wirklich leisten kann und was nicht. Entscheidungen werden in Zukunft sicher immer mehr auf Informationen basieren, die mit KI gewonnen werden. Wir werden es sehen, wie viel von unserem Alltag mit KI ergänzt wird. Sicher ist, dass die bereits heute verfügbaren «smarten Anwendungen» langsam ein fester Teil unseres Lebens werden. Hoffentlich werden wir sie so einsetzten, dass unser Leben verbessert wird und wir uns mehr auf die wichtigen Sachen fokussieren können, wie zum Beispiel den Austausch unter Menschen.

Interview: Verena Haas

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Zur Person: Mattias Martinelli

Mit Mattias Martinelli hat die Einkaufsgemeinschaft HSK seit Januar 2020 einen Data Scientist in ihren eigenen Reihen. In dieser Funktion verantwortet er das Datawarehouse und das Business Intelligence (BI-) System. Er evaluiert für die HSK neue Werkzeuge zur Datenanalyse und führt statistische Analysen durch. Davor arbeitete er 11 Jahre als Spezialist Unternehmenssteuerung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA)