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COVID-19: Konsequenzen für die Versorgung und für HSK

Die Einkaufsgemeinschaft HSK schätzt die möglichen Konsequenzen der Coronavirus-Pandemie auf das Schweizer Versorgungswesen ein. Zudem äussert sie ihren Umgang mit möglichen Auswirkungen von COVID-19 auf zukünftige Tarifverhandlungen.

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Ausserordentliche Lage, die Frage der Stunde lautet…

Die ausserordentliche Lage infolge der COVID-19-Pandemie hat das gesamte Schweizer Gesundheitswesen stark beschäftigt und beeinflusst. Erfreulicherweise kam es zu keiner Überlastung der Spitäler. Die Frage der Stunde in der Branche ist diejenige nach der Kostendeckung des finanziellen Schadens der Spitäler, nachdem der Bundesrat per Notverordnung geplante und nichtdringliche medizinische Eingriffe verboten hatte. Vor diesem Hintergrund muss auch die Diskussion um Vorhalteleistungen und gemeinwirtschaftliche Leistungen (GWL) vertieft geführt werden.

Welche Konsequenzen hat COVID-19 auf die Versorgung?

Die Einkaufsgemeinschaft HSK geht davon aus, dass die COVID-19-Pandemie die Revision der Krankenversicherungsverordnung KVV (Spitalplanung und Tarifermittlung) nicht massiv beeinflussen wird. Die Revision wurde vom Bundesrat Mitte Februar 2020 in die Vernehmlassung gesendet. Die Notlage hat uns bewiesen, dass das Spitalangebot in der Schweiz genügend ist, um die in solchen Krisenzeiten notwendigen Massnahmen zu ergreifen. U.a. waren dies die Verschiebung von elektiven Operationen und der Aufbau von provisorischen Einrichtungen für die Behandlung von COVID-19-Patienten. Eine langfristige Aufrechterhaltung – oder gar ein Ausbau – der heutigen Strukturen darf nicht geschehen. Die Versorgungsplanung muss die gesamte Behandlungskette umspannen (ambulant sowie stationär) und eine Spezialisierung zur Folge haben. Wesentlich dabei ist eine bessere Koordination zwischen den Versorgungsangeboten, wie bspw. das im Februar 2020 vorgestellte abgestufte Versorgungsmodell des Kantons St. Gallen.

Wird COVID-19 Auswirkungen auf die Tarifverhandlungen haben?

Laut Einschätzung der Einkaufsgemeinschaft HSK wird die Corona-Pandemie keinen Einfluss auf das Tarifjahr 2021 ausüben. Die Datengrundlage stammt aus dem Behandlungsjahr 2019, also vor Ausbruch der Pandemie in der Schweiz. Aus diesem Grund wird HSK ihren Zeitplan für die Erstellung des Benchmarks 2021 einhalten können. Die Datenbasis der nächsten Jahre wird mögliche Verzerrungen aufgrund von COVID-19 beinhalten. Umso wichtiger ist eine reine Datengrundlage aus dem Jahr 2019, damit eine solide Vergleichsbasis für die zukünftigen Tarifverhandlungen hergestellt werden kann.

Aus Sicht HSK bestehen keine Gründe, die eine verspätete Kostendatenlieferung der Spitäler für das Behandlungsjahr 2019 aktuell rechtfertigen würden. Sollte es zu einzelnen Verspätungen kommen, so müssten die betroffenen Leistungserbringer aus dem Benchmark ausgeschlossen werden.

Die Einkaufsgemeinschaft HSK wird ihre Verhandlungsstrategie für das Tarifjahr 2021 auf dem bisher eingeschlagenen Weg weiter vorantreiben. «Wir sind uns jedoch bewusst, dass zukünftig mehr Flexibilität gefragt sein wird» so Geschäftsführerin Kreuzer. «Das bedeutet, dass vermehrt Einzelentscheide, zum Beispiel bzgl. Vertragskündigungen, zu fällen sind.»

Viele Fragen bleiben aktuell noch unbeantwortet, vor allem wenn es um die Finanzierung der Versorgung und Tarifierung während und nach der COVID-19-Pandemie geht. Zurzeit werden verschiedenen Szenarien entworfen, die jedoch vor Ende der Pandemie auf keiner stabilen Basis beruhen können. Für die Beantwortung der aktuellen und zukünftigen Fragen bedarf es - zusätzlich zur soliden Datengrundlage - einer umfangreicheren Branchendiskussion. Diese muss  auf Transparenz und Vertrauen gründen.

Eine gewisse Unsicherheit ist treue Begleiterin im Lauf der noch nicht eingedämmten COVID-19-Pandemie und das wird sie noch eine Zeit lang bleiben. Das Versorgungswesen darf Flexibilität und Zuversicht trotzdem nicht aus den Augen verlieren.

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Weiterführende Informationen

Laufende Vernehmlassungen - Bundesrat - EDI Verordnung 3 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19) HSK: Änderung bei der Kostenübernahme während der COVID-19 Pandemie Bundesamt für Gesundheit - BAG Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde Medienmitteilung 27.02.2020 - Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde Botschaft der Regierung «Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde»

Ihr direkter Kontakt

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Eliane Kreuzer

Geschäftsführerin
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e.kreuzer