Einkaufsgemeinschaft HSK AG
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Rückblick – Das erste Jahr der Einkaufsgemeinschaft HSK als AG

Das Jahr neigt sich dem Ende und die Einkaufsgemeinschaft HSK wagt einen Rückblick mit zwei ihrer Verhandlungsleiter. Es werden sowohl einige Verhandlungsergebnisse und Highlights präsentiert als auch erste Erfahrungen aus den Verhandlungen reflektiert.

Zusammen mit Margrit Felder, Verhandlungsleiterin in der Romandie und Tarifmanagerin Pflege, und Sosio Terminio, Verhandlungsleiter der Kantone Bern und Solothurn, wird nach knapp einem Jahr operativer Arbeit als eigene Aktiengesellschaft in einem Interview resümiert, wie sich die Einkaufsgemeinschaft HSK entwickelt hat.

Wird die Einkaufsgemeinschaft HSK im Jahr 2017 so auftreten, wie wir sie dieses Jahr kennengelernt haben?

Margrit Felder: Der Fokus der Verhandlungen liegt in diesem Jahr und auch in der Zukunft vor allem auf dem datenbasierten Verhandeln. Wie ich auch von meinen Kollegen erfahren habe, wird dieser Stil von den Leistungserbringern sehr geschätzt, wodurch HSK als transparenter und kompetenter Partner wahrgenommen wird. Auch unser Team beurteilt die Zusammenarbeit mit den Leistungserbringern mehrheitlich positiv. Beispielsweise wünschten Leistungserbringer-Verbände der Pflege auch in diesem Jahr einen Austausch, obwohl mit Ihnen aktuell nicht verhandelt werden muss.

Sosio Terminio: Langjährige partnerschaftliche Kontakte zu den Leistungserbringern ermöglichen auch weiterhin offene Diskussionen und Vertragsverhandlungen trotz strengeren und härteren Verhandlungsrichtlinien und –forderungen. So konnten meine Kollegen beispielsweise in diesem Jahr Verträge für transkranielle MR gesteuerte Ultraschalltherapie (SoniModul AG) und endovenöse Behandlungen von Stammvenen (Union Schweizerischer Gesellschaften für Gefässkrankheiten) abschliessen, die es bisher schweizweit in dieser Form nicht gab.

Wie sieht es in den anderen Bereichen aus?

Sosio Terminio: Weitere Highlights sind die Vereinbarungen für die Jahre 2016 und 2017 im DRG-Bereich mit den beiden Universitätskliniken CHUV und HUG sowie die Verhandlungen mit den psychiatrischen Kliniken des Kantons Zürich und deren Bereitschaft Tarife zu senken. Mit dem Cardiocentro Ticino wurde nach schwierigen und langjährigen Verhandlungen rückwirkend eine Einigung ab 1. Januar 2012 erzielt. Das Resultat sind degressive Tarife und das Festsetzungsverfahren konnte zurückgezogen werden. Auch die Kantonsspitäler Aarau und Baden zeigen sich als verlässliche Verhandlungspartner, sodass nachträglich Baserates für die Jahre 2013 bis 2017 verhandelt werden konnten.

Anfang Oktober hat HSK ihre eigenen neuen Büroräumlichkeiten bezogen. Welche Änderungen hat dieser Umzug mit sich gebracht?

Margrit Felder: Während der ersten neun Monate, die wir noch in den Helsana-Räumlichkeiten verbracht haben, prüften wir verschiedene Optionen für einen geeigneten Standort unseres Hauptsitzes. Fündig wurden wir letztendlich im gleichen Gebäude in Dübendorf, direkt am Bahnhof Stettbach. Die neu bezogenen Räume bieten deutlich mehr Platz. So haben wir jetzt beispielsweise auch eigene Sitzungszimmer für Verhandlungen.

Gab es nebst all diesen positiven Erfahrungen auch Herausforderungen?

Sosio Terminio: Im ersten Jahr als Einkaufsgemeinschaft HSK AG ist natürlich noch nicht alles perfekt gelaufen. So ist zum Beispiel eine vollständige Datengrundlage zwingend, um datenbasiert verhandeln zu können. Das impliziert, dass Leistungserbringer die entsprechenden Daten der Einkaufsgemeinschaft HSK zur Verfügung stellen. Leider erleben wir aber immer wieder, dass die ITAR_K Daten nur unvollständig geliefert werden und uns somit von vielen Leistungserbringern keine detaillierten Daten vorliegen.

Margrit Felder: Verhandlungen sind oft ein Spagat zwischen unserem Ziel, mit Prämiengeldern treuhänderisch umzugehen und den hohen Forderungen der Leistungserbringer. Auch in den Bereichen ohne nationale Tarifstruktur oder bei einem bevorstehenden Tarifstruktur-Wechsel erweisen sich die Verhandlungen als schwierig.

Wie resümiert die Einkaufsgemeinschaft HSK das erste Geschäftsjahr als Aktiengesellschaft?

Sosio Terminio: Seit HSK als eigene Aktiengesellschaft agiert, sind die Zuständigkeiten klarer zugewiesen. Die Tarifmanager sorgen für eine konsistente Verhandlungsstrategie in der gesamten Schweiz, während die kantonale Verantwortung den Verhandlungsleitern obliegt. Aus unserer Sicht vereinfacht diese Organisationsstruktur den Leistungserbringern den Zugang zu HSK. Nach knapp einem Jahr ziehen wir trotz Verbesserungspotential in einigen Bereichen eine positive Bilanz und sind gespannt auf das kommende Verhandlungsjahr.

Interview: Daniel Burger

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